Brauchen Ingenieure und Techniker eine spezielle Art Training?

17.10.2009 02:15 von Birgit Weyer (Kommentare: 0)

Oder

Warum Trainingsprogramme auf unterschiedliche Teilnehmergruppen abgestimmt sein sollten.

 

Problem
      „Komisch, das Programm war doch bei den Marketing Leuten ein Volltreffer. Das Thema ist für jeden einzelnen Mitarbeiter des Unternehmens relevant. Warum bekomme ich von den teilnehmenden Ingenieuren nicht die gleichen positiven Rückmeldungen?“ Als Personalentwickler oder Trainer kennen Sie diese Situation bestimmt – oder ergeht es nur mir so? Die Erklärung für das Phänomen ist mehrschichtig.
  1. Interessen
    In den vergangenen 20 Jahren hat der Wunsch nach Selbstverwirklichung einen hohen Stellenwert in unserer Kultur eingenommen. Dies wirkt sich auf die Studien- und Berufswahl aus denn, es ist klar, eine Berufs- oder Studienwahl ohne entsprechendes Interesse ist auf Dauer nicht erfolgreich. Wissenschaftliche Studien konnten nachweisen, dass bestimmte Interessen bzw. Studieninhalte zu bestimmten Berufen gehören. Ingenieure sind demnach prägnant praktisch und technisch interessiert und zeigen eine forschende Orientierung (Holland).
  2. Lernstil
    Aus diesen Interessen ergibt sich auch ein signifikant anderer Lernstil als bei Menschen mit ausgeprägtem Interesse im sozialen Bereich. Lernstile können nach dem Erwerb, also dem Erfassen von Information durch konkrete Erfahrung oder abstrakte Begriffsbildung und nach der Verarbeitung von Informationen durch Aktives Experimentieren oder Reflektierendes Beobachten unterschieden werden (Kolb).
    Techniker bevorzugen eindeutig den theoretischen Erwerb von Informationen. Bei der Verarbeitung von Informationen sind die Präferenzen der Techniker und Ingenieure allerdings nicht klar zu unterscheiden.

Lösung:
Trainingsprogramme müssen „Ingenieurgerecht“  didaktisch aufbereitet werden. Techniker und Ingenieure bevorzugen die Lerninhalte erst am Modell kennen zu lernen und danach durch Anwendung oder Reflexion das Ganze zu festigen. Inhalte die theoretisch vermittelt werden müssen unbedingt in Strukturen und Modellen zusammengefasst und damit übersichtlich dargeboten werden. Das ist eine besondere Herausforderung vor allem in den Bereichen der Führungs- und Sozialkompetenzen. Aber, um eine hohe Effektivität von Trainingsprogrammen für die Zielgruppe der Techniker und Ingenieure zu erreichen lohnt sich die Arbeit.

Für Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an Dr. Birgit Weyer (08382-943-360) oder birgit.weyer@weyerundhansen.de
 

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